wanderschaft 2013 | 2014

den gesellenbrief habe ich sicher, dank meinen herausragenden lehrmeistern zschiesche und kühne,
und ich habe ein erstes ziel vor augen – für drei jahre durch die welt zu reisen und dabei zu lernen



        
    
       

es geht endlich los – und ich freue mich den rucksack zu schultern
ob ich den ganzen kram richtig gewählt habe, wird sich später zeigen


 


seit dezember 2013 bin ich auf dem schönen globus unterwegs
und habe vor, bis zum jahreswechsel 2016 zu 2017 die welt zu bereisen





als gelernter kunstschmied befinde ich mich auf gesellenwanderschaft
und konnte schon sehr viele interessante menschen kennenlernen

ich freue mich, dass mich schmiede in deutschland und anderswo
vertrauensvoll aufgenommen und mir ein bett bereitet haben

meine reise ging von dresden aus zuerst nach rostock,
wo ich die adventszeit bei meinen lieben großeltern verbrachte

von dort aus ließ ich mich wieder richtung süden nach nürnberg treiben
und landete bei peter brunner, bei dem ich meinen eigenen hammer schmieden konnte


 


weiter ging meine reise wieder nordwärts über lübeck richtung baltikum –
mit dem schiff nach lettland und auf dem landweg weiter nach estland





2014-03-04 So, ich bin jetzt in Lettland angekommen. Von Lübeck aus bin ich mit einem Schiff namens Urd nach Liepaja in Lettland gefahren. Die Überfahrt dauerte 25 Stunden und wurde von tollen Begegnungen begleitet. Ich durfte fünf großartige Menschen kennenlernen, die mir auch gleich helfend zur Seite standen. Christian und Vivi, zwei deutsche Studenten, die in Riga Medizin studieren, nahmen mich dann direkt mit nach Riga und ich durfte dann auch bei ihnen schlafen. In den nächsten Tagen werde ich mit Manfred (82) eine kleine Tour durch Lettland machen und er will mich bei einigen Schmieden vorstellen. Sören

2014-03-06 Großartig. Du hast tatsächlich deinen Weg gemacht. Dann wünsch ich dir viel Spaß im Baltikum und mit dem Abenteurer Manfred, Frank

2014-03-14 Hallo Sören, das ist ja klasse, dass du es so schnell nach Lettland geschafft hast, mit so vielen tollen Erlebnissen und Begegnungen. Tolle Fotos! Weiterhin alles Gute! Viele Grüße, Roswitha

2014-03-18 Gestern bin ich wie erwartet in Voru in Estland angekommen und wurde hier freundlich aufgenommen. Ich wohne im Ferienhaus, welches auf dem Grundstück der Schmiedefamilie steht und habe es komplett für mich allein. Und damit ihr so richtig neidisch werdet, hier ein paar Bilder von meiner bescheidenen Hütte. Sören







zwischendurch drehten wir auch noch einen werbefilm für das unternehmen 
hier auf youtube >> oder zum direkt herunterladen >>





in dieser werkstatt in estland konnte ich unter fachkundiger anleitung auch meine erste axt schmieden
stiel und lederhülle wurden schließlich in lettland fertig.





nach dem ersten winter ging die reise zuerst nach südnorwegen.
auf der stirling station, einer ziemlich verrückten range, fand ich ein stück wirkliche heimat





das reisefieber trieb mich aber weiter richtung norden bis auf die lofoten,
weit oberhalb des polarkreises. das wollte ich gesehen haben. es war ein genuss





um noch mehr zu lernen, orientierte ich mich danach ostwärts
und landete an versteckt gehaltenem ort in mittelschweden.

peter johnsson, ein brillanter schwertschmied, konnte ich mit elterlicher hilfe ausfindig machen,
und er zeigte mir seine meisterwerke – in einzigartiger qualität und schönheit

2014-07-15 Schön von dir zu lesen und einen kleinen Eindruck zu bekommen. Sieht atemberaubend aus, bekommt man gleich Lust auch nach Norden zu reisen. ;) Viele gute Erfahrungen dir noch! Maria

2014-07-16 Grüß dich Sören! Wie ist Norwegen? Sieht jedenfalls hammer geil aus! Wir kommen am 25. Juli in Oslo an und trampen am 26. Richtung Geilo um dort zu mountainbiken, kanu zu fahren und zu wandern. dann gehts weiter richtung Odda, um auf den Trolltunga zu gehen. Wo bist du gerade? Vielleicht kann man sich ja treffen? LG

2014-08-02 Ich hatte eine Wahnsinnstour in den letzten Tagen, gespickt mit Erlebnissen größter Besonderheit. Ich wurde von Östereichern von Geilo aus mitgenommen und habe mit ihnen in der Hardangarvidda gegrillt. Danach bin ich mit zwei Polen nach Odda getrampt und habe dort mit ihnen übernachtet. Am nächsten Tag habe ich jemanden mitten in der Trolltunga getroffen, den manche von euch kennen dürften. Und wir haben Fisch gegessen, frisch aus dem Fjord gefischt. Jetzt sitze ich in einem Cafe in der Nähe von Trondheim und genieße eine heiße Schokolade, welche ich nicht mal selber bezahlt habe. In den kommendenTagen werde ich in den Lofoten sein und mir diese ein bisschen genauer ansehen. Sören

2014-08-14 Bin von einem deutschen Arzt mitgenommen worden und er hat mich 700 km weit gebracht, direkt bis an die Lofoten heran. Habe mir in der ersten Nacht meinen Fuß richtig fett verdreht, so dass ich jetzt eineinhalb Wochen danach noch immer nicht richtig laufen kann. Bin dann mit dem Franzosen Simon zusammen getrampt und wir wurden von einer norwegischen Familie mitgenommen, die uns in ihren Urlaub eingeladen haben – einmal um die Lofoten. Und ich habe noch ein bisschen in der Museumsschmiede des Wikingermuseums gearbeitet. Sören

skandinavien entpuppte sich ansonsten als schwieriges terrain, erstaunlich wenige schmiede.
dankbar bin ich zumindest für wichtige adressen in rumänien, nordamerika und kanada, die ich erhielt.

so bewegte ich mich wieder weiter südwärts, durch deutschland
hinab über die alpen, wollte nach österreich auf eine burgenbaustelle






in gotha blieb ich hängen, beim schmiedefest traf ich bekannte, lernte neue leute kennen
besonderer dank an andreas wieland. bei ihm konnte ich arbeiten. dann wollte ich weiter nach österreich

doch schneller als gedacht und geplant landete ich in der ewigen stadt,
die ich mir mit neuen freunden nicht entgehen ließ – wiebke und fabian boten quartier



ich wusste um einen schmied mit interessanten arbeiten nördlich von rom,
doch der konnte oder wollte mir die tür nicht öffnen – enttäuschung

so zog ich weiter zur burgbaustelle in friesach und wurde empfangen
und erhielt quartier, auch noch bei herb leitner – wir verstanden uns prächtig



sein tonstudio war mir die wohnung, die werkstatt durfte ich nutzen und konnte
gemeinsam mit dem schmiedemeister auf der burgbaustelle eine gute axt fertigen, dankeschön 



2014-11-14 Hallöle ausm Menitztal, es war für uns eine Freude und Ehre bei der Entstehung bzw. Vollendung dabei zu sein und ich bin froh dass ich letzten Winter dieses unscheinbare Stück Eiche eingelagert habe und Du dieses so veredelt hast. Wir hoffen dass es Dir gut geht und wünschen eine weitere gute Reise und auf ein Wiedersehen in der Werkstatt. Liebe Grüsse von Herb + Aglaja

neue pläne trieben mich weiter und eine einladung nach südamerika.
von hamburg aus müsste ein schiff zu kriegen sein, ich sollte mich täuschen

so saß ich einige zeit später in der nähe der küste bei tabs und michi fest,
danke, dass sie mich mit meinem frust ausgehalten haben. ich musste den plan begraben

die neue idee als einzige chance der weiterreise hieß orient
kultur und handwerk, geschichte, land und leute interessieren mich

leider lässt sich die planung nicht gedankenlos erledigen,
denn die politische lage macht manche route zu einem riskanten weg

soll ich nördlich von schwarzer und kaspischer see durch die ehemaligen sowjetischen republiken ziehn
oder besser durch irak, iran, afghanistan oder pakistan richtung indien

beide routen sind heute kompliziert, die beziehungen der länder untereinander schwierig
und zudem teilweise so unsicher, dass mir das risiko einfach zu hoch ist

um zeit zu gewinnen, mich ranzutasten, verließ ich erst einmal die heimat
und reiste durch tschechien und ungarn nach rumänien

eine adresse in transsilvanien war mein ziel, sie hatte ich in norwegen erhalten
leicht war sie zu finden, freundlich wurde ich empfangen und durfte eine weile bleiben

mir lief die zeit weg, das erste jahr meiner wanderschaft neigte sich inzwischen dem ende
und so beschloss ich, noch vor dem jahreswechsel den bosporus zu erreichen

schneller als gedacht kam ich durch rumänien und bulgarien voran,
an der grenze zur türkei luden mich zwei mädchen aus deutschland und schweden in ihr auto



sie nahmen mich mit bis nach istanbul, hatten quartier, das auch meins wurde,
und ich durfte bleiben bei cemil, in seinem atelier schlafen und mich mit studenten dem zeichnen widmen

silvester wollte ich weiterreisen, so lange durfte ich das dach über dem kopf behalten,
ein jahr war ich nun von zu hause weg, ein jahr voller wunderbarer erlebnisse